RÜCKSTELLKLAPPENSCHRÄNKE:

 

 

„Einführung in die Technik der Nebenstellenanlagen“

 

Bis 1907 gab es nur Fallklappenschränke, die höchstens 20 Leitungen aufnehmen konnten. Wegen der rapiden Zunahme des Fernsprechverkehrs wurden die Rückstellklappenschränke bei der deutschen Post eingeführt. Den Namen erhielten sie durch die Bauart der Anrufklappen , die beim Einführen des Stöpsels in die zugehörigen Klinken selbsttätig in die Ruhelage zurückgestellt werden.

 

 

Die Rückstellklappenschränke sind so eingerichtet, dass man sie wenn nötig baukastenförmig zusammenbauen und ergänzen konnte. Je zehn Klinken und Klappen sind zu einem Klappenkasten zusammengefasst und Schnürpaare mit den zugehörigen Relais in festen Sätzen vereinigt. Dadurch konnte das Gerät beliebig ergänzt und im Störungsfall leicht und schnell wieder instand gesetzt werden.

Die Verbindung wird über Stöpsel und Schnüre realisiert. Eine Schnur besteht aus einer Abfrageschnur und einem Abfragestöpsel, zum Abfragen der Anrufe, und einer Verbindungsschnur und einem Verbindungsstöpsel zum Herstellen der Verbindungen mit den gewünschten Leitungen.

Zu jedem Schnurpaar gehören zwei Schauzeichen. Beim Abfragen eines Anrufs spricht das eine Schauzeichen an. Bei Meldung des verlangten Anschlusses erscheint auch das andere, so dass während eines Gesprächs beide Schauzeichen sichtbar sind. Im Amtsverkehr verschwinden beide Schauzeichen, wenn bei der Nebenstelle der Handapparat aufgelegt wird. Im Nebenstellenverkehr dagegen verschwinden beide Schauzeichen beim Auflegen der Handapparate beider Nebenstellen.

Zu jedem Schnurpaar gehört zudem ein Abfrageschalter, mit dem das Sprechzeug der Hauptstelle an die benutze Schnur geschaltet werden kann. Während des Gesprächs ist der Abfrageschalter in Ruhestellung.

Die verlangte Nebenstelle wird (über die Verbindungsschnur) mit dem Kurbelinduktor oder einem Polwechsler gerufen. Bei Verwendung eines Polwechslers zeigt ein Rufstromanzeiger (Schauzeichen) an, ob Rufstrom abgeht.

 

 

 

Quelle: Unterrichtsblätter der Deutschen Bundespost vom 28.07.1951